Draußen zu trainieren ist eines der besten Dinge für Körper und Kopf – frische Luft, kostenlos, kein Gym. Aber Zecken und Mücken können aus einer tollen Einheit ein juckendes, sorgenvolles Ärgernis machen, und gerade Zecken tragen echte Gesundheitsrisiken. Die gute Nachricht: Mit ein paar einfachen, fundierten Gewohnheiten trainierst du draußen fast ohne einen zweiten Gedanken. So schützt du dich, ohne auf dein Outdoor-Workout zu verzichten.
Warum sich ein paar Vorkehrungen lohnen
Bleiben wir ehrlich und ruhig. Mücken sind vor allem lästig – juckende Stiche, die dir mitten im Satz die Konzentration rauben. Zecken sind die, die du ernst nehmen solltest: Sie können Borreliose (Lyme-Borreliose) und in bestimmten Regionen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Das ist kein Grund, drinnen zu trainieren – der Nutzen von Bewegung draußen überwiegt das kleine, gut beherrschbare Risiko bei Weitem. Es ist einfach ein Grund für ein paar leichte Vorkehrungen, damit du das Draußensein genießen kannst.
1. Klug anziehen – deine erste Verteidigungslinie
Wenn du ins hohe Gras, Gebüsch oder an Waldränder gehst, bedecke dich: lange Ärmel, lange Hose, geschlossene Schuhe. Steckst du die Hosenbeine in die Socken, muss eine Zecke außen an der Kleidung hochkriechen, wo du sie entdeckst – und helle Kleidung macht Zecken viel leichter sichtbar (RKI). Auf einer offenen, gemähten Wiese oder im Park ist das Risiko deutlich geringer, da ist kurze Kleidung meist okay. Pass dein Outfit ans Gelände an.
2. Ein Repellent, das wirklich wirkt
Auf freie Haut gehört ein bewährtes Repellent. Achte auf Icaridin (Picaridin), DEET, IR3535 oder Zitroneneukalyptus-Öl – diese wirken gegen Zecken und Mücken, und trag sie laut Anleitung nach, denn der Schutz ist zeitlich begrenzt (CDC). Für echtes Zeckengebiet kannst du Kleidung und Schuhe (nicht die Haut) mit 0,5 % Permethrin behandeln, das hält über mehrere Wäschen. Repellent auf der Haut plus behandelte Kleidung ist die stärkste Kombi.
Willst du auf Chemie verzichten? Du hast gute Optionen. Das wirksamste pflanzliche Mittel ist Zitroneneukalyptus-Öl (OLE / PMD) – gut untersucht und gegen Zecken und Mücken wirksam, es muss aber öfter nachgelegt werden als synthetische Produkte und ist für kleine Kinder nicht empfohlen. Andere ätherische Öle wie Citronella, Geraniol oder Nelke riechen angenehm, verfliegen aber schnell – sieh sie als leichte, kurzfristige Hilfe. Ehrlich gesagt ist dein stärkster chemiefreier Schutz das Verhalten: im hohen Gras bedecken, helle Farben tragen, auf offenem Grund bleiben und danach immer einen Zecken-Check machen – dafür brauchst du gar kein Produkt.
3. Ort und Zeit clever wählen
Zecken lauern im hohen Gras, im Unterholz und an Waldrändern – mach deine Bodyweight-Einheit also lieber auf einer gemähten Wiese, einem Kiesplatz oder offenen Weg statt im langen Gras. Mücken sind in der Dämmerung und nahe stehendem Wasser am schlimmsten, ein Workout am Vormittag oder Nachmittag abseits von Teichen bedeutet also weit weniger Stiche. Eine kurze Routine wie unser 5-Minuten-Workout für den Morgen passt perfekt auf ein offenes Stück Wiese.
Draußen trainieren, sorgenfreier.
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4. Danach kontrollieren
Diesen Schritt lassen die meisten aus – und er ist bei Zecken der wichtigste. Nach einer Outdoor-Einheit in der Natur den Körper absuchen, besonders warme, weiche Stellen: Kniekehlen, Leiste, Achseln, Hosenbund und Haaransatz. Bald danach duschen, und wenn du deine Trainingskleidung etwa zehn Minuten heiß im Trockner drehst, tötet das mitgereiste Zecken (CDC). Findest du eine Zecke, entferne sie zügig: mit einer feinen Pinzette nah an der Haut greifen und gerade herausziehen, dann desinfizieren. Je früher raus, desto geringer das Risiko.
5. In Risikogebieten: FSME-Impfung erwägen
Wenn du regelmäßig draußen in einem FSME-Risikogebiet trainierst – dazu gehören große Teile Süddeutschlands und weitere Regionen Europas – empfehlen die Gesundheitsbehörden die FSME-Impfung für Menschen, die Zecken ausgesetzt sind (RKI). Gegen Borreliose gibt es keine Impfung – genau deshalb sind die Gewohnheiten oben (Kleidung, Repellent, Zecken-Check) so wichtig. Frag deine Ärztin oder deinen Arzt, ob die FSME-Impfung für deinen Wohn- und Trainingsort sinnvoll ist.
Kurz gesagt
- Verzichte nicht aufs Draußen – triff einfach ein paar simple Vorkehrungen.
- Im hohen Gras und Wald bedecken und helle Farben tragen; auf offenen Wiesen ist kurz okay.
- Icaridin/DEET-Repellent auf die Haut, Permethrin auf die Kleidung für echtes Zeckengebiet.
- Lieber chemiefrei? Zitroneneukalyptus-Öl plus Kleidung und Zecken-Check erledigen den Job.
- Auf gemähtem, offenem Grund trainieren, abseits von stehendem Wasser und Dämmerungs-Mücken.
- Immer danach einen Zecken-Check machen; in Risikogebieten die FSME-Impfung erwägen.
Geschützt und startklar? Nimm eine einfache Bodyweight-Einheit mit nach draußen – hier ist, wie du Burpees richtig ausführst, überall, wo du ein Stück Boden hast.
Häufige Fragen
Ja – es kommt auf den Ort an. Auf einer offenen, gemähten Wiese oder einem befestigten Platz ist das Zeckenrisiko gering, kurze Kleidung ist da meist okay, besonders mit Repellent an den Beinen. Lange Hose und Socken drüber sparst du dir für hohes Gras, Gebüsch und Waldränder auf, wo Zecken wirklich lauern.
Repellentien mit Icaridin (Picaridin) oder DEET sind gegen Zecken und Mücken bewährt. Auf freie Haut auftragen und laut Anleitung nachlegen, da der Schutz zeitlich begrenzt ist. Für zusätzlichen Zeckenschutz Kleidung und Schuhe – nicht die Haut – mit 0,5 % Permethrin behandeln. Wenn du es natürlich magst, ist Zitroneneukalyptus-Öl das wirksamste pflanzliche Mittel – es muss nur öfter nachgelegt werden.
So schnell wie möglich entfernen. Mit einer feinen Pinzette die Zecke nah an der Haut greifen und gerade herausziehen, ohne den Körper zu quetschen oder zu drehen. Danach die Stelle desinfizieren. Beobachte sie einige Wochen – bei einer sich ausbreitenden roten Ringform oder grippeähnlichen Symptomen zum Arzt. Schnelleres Entfernen senkt das Infektionsrisiko.
In der Dämmerung und nahe stehendem Wasser wie Teichen, Pfützen und Regentonnen. Wenn Mücken dich stören, trainiere am Vormittag oder Nachmittag an einem offenen, luftigen Ort abseits von Wasser, trag Repellent und vermeide stehendes Wasser rund um deinen Trainingsplatz.
Nicht überall – es hängt von deiner Region ab. In ausgewiesenen FSME-Risikogebieten empfehlen die Gesundheitsbehörden sie für Menschen, die regelmäßig Zecken ausgesetzt sind. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung, deshalb gelten die Schutzgewohnheiten weiter. Frag deine Ärztin oder deinen Arzt, ob die Impfung an deinem Wohn- und Trainingsort ratsam ist.

